Hochtour auf Pollux (4.092m) und Castor (4.228m)

Die Bergsteigergruppe Trossingen traf sich Mitte August zu einer Ausfahrt ins Monte Rosa Gebiet im Wallis. Nach der langen Autofahrt gestaltete sich zum Schluss die Parkplatzsuche etwas schwierig, da in Italien ein Feiertag war. Letztendlich konnte Tourenführer Wolfgang Rebhan um 12.15 Uhr mit 5 Kameraden von St. Jacques im Val d`Ayas (ca. 1.750 m) losmarschieren. Tagesziel war die auf einem Felsvorsprung direkt am Gletscher sehr schön gelegene Hütte Rifugio Guide della Val d`Ayas auf 3.420 m Höhe, die nach etwas mehr als 5 Stunden auch erreicht wurde. So konnten sich die Bergsteiger bei einem guten Abendessen (leider auf Einweggeschirr) auf den folgenden Tag vorbereiten. Dieser begann um 4.30 mit dem Frühstück, sodass bei Dunkelheit um kurz nach 5 Uhr abmarschiert werden konnte. Bereits 20 m hinter der Hütte wurden Steigeisen angelegt und Seilschaften gebildet. Es ging moderat den Gletscher hinauf. Anschließend folgte eine teilweise versicherte, ausgesetzte Felskletterei, an deren Ende sich eine Madonnen-Statue befindet. Dies stellte leider noch nicht den Gipfel dar, der, über einen Schneegrat zu erreichen, 100 m oberhalb wartete. Um Punkt 8 Uhr konnte bei strahlendem Sonnenschein die Aussicht vom Pollux auf 4.092 m genossen werden. Nach kurzer Rast folgte der Abstieg an der Madonna vorbei zum Felseinstieg zurück und auf dem Gletscher unserem nächsten Ziel, dem Castor entgegen. Mit der Zeit wurde der Gletscher immer steiler, sodass von Stöcken auf Pickel und später auf seilfreies Gehen umgestiegen wurde. Kurz vor Erreichen des Sattels auf ca. 4.150 m Höhe wurde ein Gletscherabbruch mit Anbringen eines Fixseils überwunden. Es folgte ein kurzer Schneegrat auf den Gipfel in 4.228 m Höhe und der verdienten Rast gegen 12.15 Uhr. Der herrliche Ausblick ließ die Strapazen schnell vergessen. Nach der Rast wurde die Castorüberschreitung auf dem schönen und langen Schneegrat seilfrei fortgesetzt, bevor die Hütte Rifugio Quintino Sella auf 3.585 m über den Gletscher gegen 13.45 Uhr erreicht wurde.

Somit stand für den nächsten Tag nur noch der Abstieg über den direkt an der Hütte beginnenden versicherten und schönen Gratsteig zum Auto bevor, der in ca. 4 Stunden bewältigt wurde. Alle waren sich einig, so eine schöne Tour gerne wieder in Angriff nehmen zu wollen.

Patrik Zill

20.08.2018 19:33

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