Nach tagelangem Abwarten und Beobachten der Wetter- und Schneelage war klar: wir wagen das Abenteuer und wandern mit den Schneeschuhen zur Anhalter Hütte. Die Anhalter Hütte liegt auf 2040m nahe Imst in den Lechtaler Alpen und gehört zur Sektion Oberer Neckar. Im Sommer ist die Hütte bewirtschaftet und bietet Platz für 74 Bergliebhaber*innen. Im Winter steht ein strom- und wasserloser Winterraum zur Verfügung mit Platz für 12 Personen.
Start unserer Tour war die Plötzigbachkurve bei Pfafflar. Am Samstag, 31.01.2026, schnallten sich 6 Erwachsene und 5 Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren ihre Schneeschuhe an und schulterten die Rucksäcke mit Verpflegung, Hüttenschlafsack, Lawinenschaufel und -sonde. Nach einem Check der LVS-Geräte ging es los: durchs Plötzigbachtal mit unberührter Schneedecke wechselten wir uns mit dem Spuren durch den Schnee ab und kamen die ersten 3km gut voran. Unser Ziel, die Anhalter Hütte, hatten wir ab jetzt immer weit vorne im Blick. Gut gestärkt nach einer Vesperpause wurde der Weg mühsamer und wir kamen dementsprechend langsamer voran. Vorbei an der Plötzigalm, die in den Sommermonaten von zahlreichen Haflingern bevölkert wird, näherten wir uns den letzten steilen Anstiegen. Und die hatten es in sich: Schritt für Schritt ging es über eine Strecke von 2km etwa 300m in die Höhe. In gebührendem Abstand zueinander, einspurig und in etlichen Spitzkehren näherten wir uns der Hütte. Dabei zeigten uns die Kinder, wieviel Energie sie noch hatten und kamen als erste oben an. Nach 5 Stunden, 6,5km und 680hm oben angekommen, hieß es erst einmal den Eingang zum Winterraum freischaufeln. In der Hütte öffneten wir die Fensterläden und feuerten den Ofen an. Ein großer Topf Schnee wurde zum Schmelzen gebracht und die Spaghetti gar gekocht. Bei Kerzenschein und langsam wärmer werdender Raumtemperatur konnten wir unsere müden Knochen und Muskeln entspannen. Nach einem gemütlichen Hüttenabend zog es uns früh ins Matratzenlager… Der nächste Morgen bot uns ein fantastisches Winterpanorama über die umliegenden Gipfel. Wir frühstückten in Ruhe, räumten die Hütte auf, hackten für die nächsten Gäste Holz und machten Eingang und Fenster wieder dicht. Der erste Teil des Abstiegs erfolgte für die Kinder teils auf Lawinenschaufeln, teils auf mitgebrachten Poporutschern. Im zweiten Teil merkten wir, wie einfach und angenehm es sich in einem vorgespurten Weg läuft! Gegen 14 Uhr waren wir wieder an den Autos und verstauten Ausrüstung und Rucksäcke. Gemeinsam kehrten wir noch in Bschlabs in das legendäre „Gasthaus zur Gemütlichkeit“ ein und ließen das Erlebte stolz Revue passieren. Das Fazit bei allen jungen und alten Schneeschuhgänger*innen: es war eine einmalige, besondere Tour mit ordentlich viel Glück!